Krankengeldfalle entschärft

Das Problem der Krankengeldfalle betrifft Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis endet und die noch vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses krank wurden. Dabei genügt eine Krankschreibung am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses.

Der Arbeitnehmer erhält dann Krankengeld während der Arbeitslosigkeit. Das Krankengeld wird für maximal 78 Wochen gezahlt und ist in der Regel höher als das zu erwartende Arbeitslosengeld. Während des Bezuges von Krankengeld ist der Arbeitnehmer weiter arbeitslosen-versichert und erhöht so seine Anwartschaft auf Arbeitslosengeld.

Die Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit erfolgt jedoch abschnittsweise. Wenn nun dieser Arbeitnehmer bis Sonntag krankgeschrieben war und am Montag eine Folgebescheinigung beim Arzt einholte, trat nach dem alten Wortlaut des § 46 Satz 1 Ziffer 2 SGB V eine Lücke von einem Tag auf. Denn die neue, am Montag erfolgte Krankschreibung war erst ab dem nächsten Tag, also ab Dienstag gültig. Durch diese Unterbrechung von einem Tag wurde der Bezug des Krankengeldes beendet. Damit war die Krankengeldfalle zugeschnappt. Die betroffenen Arbeitnehmer wussten in der Regel nichts von dieser Falle, und auch die Ärzte waren nicht informiert. Trotzdem fuhren die Sozialgerichte einen harten Kurs und gaben den Krankenkassen recht, die in diesen Fällen sofort das Krankengeld beendeten. Mit Wirkung zum 23.07.2015 hat der Gesetzgeber nun reagiert und den § 46 SGB V geändert.

§ 46 Satz 1 Ziffer 2 SGB V regelt nunmehr, dass der Anspruch auf Krankengeld von dem Tag der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit an entsteht. Im obigen Beispiel genügt damit die ärztliche Feststellung am Montag. Dies gilt auch, wenn die Krankschreibung bis Freitag erfolgt war und die Folgebescheinigung am Montag eingeholt wird.

Eine größere Lücke darf jedoch nicht entstehen: Wer bis Freitag oder Sonntag krankgeschrieben war und erst am Dienstag zum Arzt geht, verliert nach wie vor seinen Anspruch auf Krankengeld.
 

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